Wham! Bam! Thank you Man.

30 Jul

Ich bin der vernünftigste Mensch den ich kenne. So vernünftig, dass es schon weh tut.

Einmal schläft die Vernunft (einmal!) und zwei Wochen später kommt die Rechnung ins Haus.

Und ganz ehrlich. Die ist verdammt hoch. Da muss man schon mal schlucken. Oder zweimal.

Wobei mich momentan das dritte Kind noch nicht so aus der Bahn wirft. Wird schon irgendwie gehen, oder? Sag ich mir halt jetzt. Auch wenn ich so gar keine Lust habe wieder von vorne anzufangen. Endlich wird hier relativ fast immer durchgeschlafen. Es wird selbst gegessen und man weicht mir auch mal von der Seite.

Was mich aus der Bahn wirft, ist das, was ich vor hatte und jetzt nicht machen kann.

Eigentlich hätte ich im Oktober in meine Firma zurück gemusst.
Aber dann kam eine Idee, an der habe ich drei Monate gebrütet. Dann begann die Umsetzung (Seit mehr als fünf Monaten mache ich fast jeden Tag etwas dafür. Stunden. Jede freie Minute und auch so manche nicht freie. Was es ist, möchte ich nicht sagen, aber ich kann garantieren es ist nichts von dem, was man glauben könnte.). Und nach ein paar Wochen war klar, ich mache mich selbständig. Ich kündige.

Gut. Ich kündige.
Ich plane ein, die nächsten Monate nichts zu verdienen. Es wird irgendwie gehen. Es muss.

Für die kleine Tochter wird eine Tagesmutter gefunden, bei der sie im August mit der Eingewöhnung beginnt, ab September geht sie regelmässig hin.

So. Und jetzt?

Die Anstellung ist weg, durch die ich die nächsten Monate versichert wäre. Durch die ich Wochengeld (2 Monate vor und 2 Monate nach der Entbindung gibt es das Nettogehalt von der Krankenkasse weiterbezahlt. Wenn man vorzeitig in Karenz gehen muss, auch dann schon.) bekommen würde.
Die Anstellung, die mit Kindern vereinbar war.

Ich könnte mir zwar theoretisch vorstellen, dass, wenn ich bettelnd und heulend nachgefragt hätte, man mich wieder genommen hätte (so nicht schon Ersatz gefunden wurde). Bloß: die Tagesmutter ist jetzt nur für 15 Stunden gebucht, nicht für knapp 30.

Und ganz ehrlich: ich mag nicht. Ich habe solange mit der Entscheidung gekämpft ob ich kündigen soll oder nicht, habe schon soviel Zeit und Herzblut in das Neue gesteckt, ich mag einfach nicht wieder zurück.

Und auch wenn sich das klärt, und das wird es, da bin ich mir sicher, was dann?

Wie der neue Job überhaupt mit Kindern funktionieren soll, ist die große Frage. Wie das mit drei Kindern gehen soll, unvorstellbar.

Und überhaupt – nochmal mindestens zwei Jahre darauf warten?
Ich mag anfangen! In fünf Wochen hätte ich angefangen.

Mir ist schon so ein bisschen zum Heulen zumute.

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12 Antworten zu “Wham! Bam! Thank you Man.”

  1. dickbauchmarie 30. Juli 2010 um 18:51 #

    mhm, naja, wäöhrned der schwangerschaft hindert dich doch erstmal nix dran? und danach-naja, ich hab ja nur 2 kinder,aber es geht mit selbstständig sein (auch mit 10mitarbitern, echt wahr)schwer ist es, klar, viel leidet drunter (vor allem der haushalt, gnahaha)aber es geht. ehrlich!*drück*

    (und und noch mal: wie wunderbar, hach!)

    • 3 ist das neue 2 30. Juli 2010 um 20:52 #

      Doch. Mein Kopf.
      Ich denke mir, dass es keinen Sinn macht, jetzt alle abzuklappern, mich vorzustellen um dann zu sagen, hey, in spätestens 5 monaten mach ich da aber nicht mehr mit. Und in zwei Jahren dann alles nochmal neu.

      Ich muss mit meinem Kopf noch reden. Momentan ist der anderweitig beschäftigt.

  2. Kathi 30. Juli 2010 um 21:56 #

    Mmmh, ich kann Dir sagen, wie es bei einer Freundin funktioniert hat, die einen Monat nach Schritt in die Selbstständigkeit schwanger geworden ist: bis zum vorletzten Tag arbeiten, 4 Wochen Wochenbett und dann wieder arbeiten. Zu Hause ein Au Pair Mädchen (wenn die Kinderbetreuung nicht anderweitig geht) und das kleine Kind fast ständig im Tragetuch dabei. Es ging. Es war anstrengend, aber es hat sich im Endeffekt gelohnt!

    Liebe Grüße und viel Kraft!

    Kathi

    • 3 ist das neue 2 31. Juli 2010 um 19:12 #

      Ganz ehrlich: das klingt fürchterlich!
      Arbeiten ja, aber nicht um jeden Preis. Ich bin ja schon gerne aktiv, aber bis kurz vorm Geburtstag? Neee. Da lieg ich lieber nur herum. Oder kann gar nicht anders. 😉

      Nein, soo dringend ist es dann auch wieder nicht. Dann muss ich mich in Geduld üben…

  3. Schussel 31. Juli 2010 um 12:10 #

    Hui. Schwierig, Dir zu raten, wenn man nicht weiß, in welche Richtung die Selbständigkeit geht. Gibt es Mitstreiter, die in der Zeit mehr machen können? Dann würde ich persönlich vielleicht tatsächlich wie geplant anfangen, gleich die Situation erklären (dass Du nochmal vorübergehend ausfallen wirst), und dann wie Kathi sagt mit Tragetuch, gut organisierter Betreuung und unkonventionellen Lösungen arbeiten. Aber, wie gesagt, das hängt sehr vom Job an. Bürojob ist anders als Reisejob oder handwerklicher Job oder was auch immer.

    Andersrum: der feste Job ist eh schon gekündigt, verstehe ich das richtig? Was hättest Du also zu verlieren, wenn Du es jetzt erstmal versuchst? Kommt natürlich drauf an, ob das viel Investitionsgeld kostet oder „nur“ Aufwand – aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt…

    Ich drücke sehr die Daumen für eine gute Lösung. Ich denke auch, dass vieles machbar ist.

    • 3 ist das neue 2 31. Juli 2010 um 19:19 #

      Also, ich erkläre mal mehr: man würde mich relativ flexibel (ca. 1 Woche vorher erfährt man es) tageweise buchen. Und der Tag ist fix, weil man da dann mit anderen zusammen arbeiten muss.
      (Ob das mit zwei Kindern überhaupt funktioniert hätte, weiß ich nicht, aber drei Kinder nimmt meine Mutter garantiert nicht.)

      Die Tragetuchlösung scheidet also aus. Das kann sich ein Superstar erlauben, auf den alle gewartet haben, aber kein Anfänger.
      Ich schätze mal, dass es in Österreich nicht mehr als 5 gibt die das machen. Wenn überhaupt. Ich rechne also nicht mit einem explsionsartigem Anstieg. Und selbst wenn: wenn man gut ist, kann es tausende andere geben.

      Naja. Ich beginne ein bisschen umzuplanen. Zeit ist ja. Ich muss es dann halt anders angehen, oder langsamer.
      (Habe mich heute schon etwas beruhigt.)

      Aja, das Investitionsgeld ist schon investiert. Von daher: egal.

      • Schussel 1. August 2010 um 21:42 #

        Beruhigen ist gut. Dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt, euch endlich zu gratulieren? 🙂

        Ah, das klingt also etwas schwieriger. Seltener Job, Kind sollte nicht dabei sein, flexibel, mit anderen zusammen….. ahm. Aber ja, Du wirst eine Lösung finden. Ist ja nicht morgen, sondern erst nächstes Jahr! Haushaltshilfe klingt schon mal prima, AuPair oder sowas würde ich mir wirklich überlegen (ich war auch mal eins. Für 4 Kinder, übrigens.) Vielleicht kann die Tagesmutter bis dahin aufstocken, wenn Du schon mal vorwarnst. Und die Große ist ja eh im Kindergarten, denke ich. Dann nur noch eins für Deine Mutter, falls die bereit ist, einzuspringen?

        Hach, wirklich schwierig, Dir zu raten, wenn man so wenig weiss (und das ist keine Aufforderung, uns mehr zu verraten – bestimmt nicht. Ich kenne solche Probleme.). Aber Du hast jetzt die Möglichkeit, dir Dein Netz zu bauen…. und dann wird alles gut, vielleicht anders als geplant, aber irgendwie gut!

      • 3 ist das neue 2 2. August 2010 um 18:49 #

        Danke. Gratulier ruhig schon mal. 🙂

        Was mich zum Thema Au Pair von Dir als Betroffene interessiert: wenn ich, als erfahrenere und erwachsenere Person, drei Kinder auf einmal zu betreuuen als Herrausforderung sehe – wie fühlt sich das für eine 20jährige an? Kann man da drauf vertrauen, dass das gut geht? Wie schafft man das in dem Alter?

        Das ist die erste Frage die ich mir stelle, bevor ich überhaupt die Frage angehe, wo ein Au Pair wohnen würde.

      • Schussel 5. August 2010 um 04:55 #

        Wenn Du magst, kann ich Dir eine längere Email zum Thema AuPair schreiben. Nur kurz: zu dem Zeitpunkt, zu dem ich dort angefangen habe, hatte ich sechs jüngere Geschwister. Daher die Erfahrung, denn wie das in Großfamilien meist so ist, wird man da voll in Anspruch genommen, tags, abends, immer. (was positiv und negativ ist, aber das ist eine andere Frage…) Ich fand es also überhaupt kein Problem, dass vier gleichzeitig um michherum wuseln. Schwierigkeiten hätte ich damals höchstens bei Mehrlingen gesehen, weil ich das vorher nie hatte. Aber Geschwister? Alles easy. Ich hatte Erfahrung mit mehreren gleichzeitig, Erfahrung mit unterschiedlichen Kindern, Erfahrung mit Unfällen und Kinderkrankheiten, mit ins BEtt bringen und versorgen… Das hat mich wirklich nicht gestresst, da gab es ganz anderes. Und ich gebe zu, ich war ein wenig stolz, dass meine Gasteltern so zufrieden waren, dass sie mich nach einigen Monaten für eine Woche mit den vieren ganz alleine gelassen haben und Urlaub gemacht haben. Manchmal kamen auch noch die beiden Babycousinen dazu, dann waren es sechs, aber auch dort hatte ich eine Bauch- und eine Rückentrage zur Verfügung 😉 Du verstehst, wieso ich gerne trage? So hatte ich Hände für die übrigen 3 😉

        Meine sehr subjektive Empfehlung wäre also: such Dir ein AuPair, das lange, lange Erfahrung mit mehreren Kindern hat und nicht nur abends auf schlafende Nachbarseinzelkinder aufgepasst hat. Geschwister, oder Kindergärtnerinnen (habe ich damals einige getroffen, tatsächlich). Sofern das relevant wird. Aber ich will natürlich nicht behaupten, dass nicht Einzelkinder oder andere auch ganz hervorragend Kinder betreuuen könnten. So.

      • 3 ist das neue 2 5. August 2010 um 21:57 #

        Dankeschön!
        Ich glaube, eine ausführlichere Antwort ist nicht notwendig! 😉

        Das Problem ist einerseits, ich wüsste nicht, wo ich sie im Haus unterbringen sollte und: man braucht hier ein Auto. Wir sind im Nichts ohne öffentliche Verkehrsanbindung. Und noch ein Auto kaufen geht nicht.

  4. frauniepi 31. Juli 2010 um 15:11 #

    so als erstes dann mal ganz offiziell: herzlichen glückwunsch zur schwangerschaft! ich finde dieses unvermutete ganz wunderbar.
    und jetzt dann zum klugscheißen:
    wie schussel schon sagt, zu verlieren hast du nicht wirklich mehr was, also machs trotzdem! die großen kinder werden bestens versorgt sein. als drittmama kennst du dich aus, was ein frisches baby betrifft. ich finde ja immer je jünger desto pflegeleichter. tragetuch, wunderbar. kinderwagen fein. sie sind glücklich wo du bist und haben noch ne ganze weile keine ambitionen das zu ändern. es wird immer gehen, nur eben etwas langsamer, was dich aber finde ich nicht davon abhalten sollte.
    das finanzielle ist immer ein grund, den man nicht vergessen sollte, aber auch da denke ich, dass sich alles finden wird. es muß ja eh! das war für mich nie ein grund dem ehemann von der selbstständigkeit abzuraten. ich finds oft auch schwierig, aber es macht ihn glücklich. erst, wenn das nicht mehr ist sollte er (mit mir, hüstel) neu entscheiden.
    ich glaube du wirst das sehr gut machen mit kindern und selbstständigkeit. deine vernunft wird dir helfen. bevor du im chaos versinkst hast du schon drei rettungspläne. wenn gar nichts mehr geht schicken wir einfach carepakete. meine himbeermarmelade ist gut geworden 😉

    • 3 ist das neue 2 31. Juli 2010 um 19:31 #

      Yo. Nur kann ich dort kein Baby gebrauchen. 😉

      Ich habe zuerst kategorisch gesagt, dass ich jetzt mal gar nichts versuchen brauche, aber vielleicht tun sich ja doch noch ein paar Jobs auf und dann hat man schon mal was in der Mappe und muss dann nicht wieder bei Null anfangen?
      Nur brauche ich dafür noch mehr Mut, und vorher war es schon schwierig den aufzutreiben. Eine Portion Mut und Selbstvertrauen bitte.

      Finanziell, ja, das weiß man nie so genau, weil mein Mann ja auch selbständig ist, seit einem halben Jahr mit eigener Firma. Was heute gut läuft, kann in drei Monaten ganz anders sein und umgekehrt.
      Aber ich denke auch, dass es irgendwie gehen wird. Es muss sogar besser gehen, weil mein zweiter Gedanke nach „Scheiße“ war, dass ich jemanden brauche werde. Was und wer, weiß ich noch nicht. Nennen wir sie mal Haushaltshilfe.
      Dieser Gedanke hält mich momentan über Wasser. Das muss irgendwie gehen. Auch wenn es sich als unmöglich herausstellen wird, jetzt gerade brauche ich das.

      Carepakte, ach was. Aber danke. 🙂

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