2 Monate.

22 Jun

Nachgereicht vom 12.Juni.

Lieber Emil,

jetzt bist Du schon zweit Monate alt!
Man sieht Dir auch deutlich an, dass Du kein Neugeborenes mehr bist. Vor zwei Wochen waren wir beim Arzt, da hattest Du schon 6 Kilo und Du trägst Kleidergröße 68. Bodys und Pyjamas würde ich aber nur mehr in Größe 74 kaufen, warum auch immer spannen die schon früher als T-Shirts und Hosen.
Aber nicht nur Du wächst, auch Deine Haare wachsen! Also, ein bisschen zumindest. Deine kleine Schwester wäre sicher neidisch gewesen, andere kommen schon mit zehnmal mehr Haaren auf die Welt. Kommt nur auf den Blickwinkel an.
Weiterhin weinst Du nur, wenn Du einen Grund hast. Am fürchterlichsten ist die Müdigkeit. Das Schreien nach Essen ist zögerlicher, zumindest anfangs.
Weinen oder aufwachen wegen einer nassen Windel gibt es inzwischen vielleicht nur mehr einmal die Woche. Nicht, weil es Dir egal ist sondern weil es nicht mehr passiert. Ohne, dass wir da etwas verändert hätten. Oder war es Windelgröße 3 die alles besser gemacht hat?

Zum Thema Schlafen gibt es zu sagen, dass die Nächte noch immer wunderbar sind. Ein einziges Mal warst Du mal eine Stunde wach, da habe ich Dich durch das Wickeln wohl ein wenig zu viel aufgeweckt. Ansonsten schläfst Du von etwa 21:00 Uhr bis 6:30 Uhr. +/- eine halbe Stunde, je nachdem wann Deine Schwestern aufwachen und meinen, wir hätten schon genug geschlafen. 
Inzwischen schläfst Du nachts, wie schon Deine Schwestern vor Dir, die meiste Zeit auf mir. Nicht, weil es anders nicht ginge. Es geht so allerdings besser. Liegst Du auf der Matratze wachst Du eher alle zwei Stunden auf, liegst Du auf mir eher alle vier Stunden. Tausche also Quantität gegen Qualität.
(Außerdem mag ich es auch ein klein wenig.)

Was das Schlafen unter Tags betrifft sind wir auch dazu übergegangen, dass Du das auf mir erledigst. Vor zwei Wochen habe ich eine Trageberatung gemacht, weil sich dringend etwas ändern musste, ganz besonders wenn wir zwei mit Deinen Schwestern alleine sind brauche ich meine Arme frei. Jetzt haben wir ein eigenes Tragetuch, das unseren Bedürfnissen mehr (nämlich vollständig) entspricht als alle ausgeborgten Stücke. Und seit wir das haben, schläfst Du nur mehr dort. Innerhalb von Sekunden nach dem Reinsetzen, manchmal begleitet von etwas Gemecker, je nachdem wie schnell ich war.
Dass Du unter Tags einen richtigen Schlafrhythmus bekommen wirst oder gar lernen wirst in Deinem Bett zu schlafen, diese Hoffnung habe ich aufgegeben. Falls ich sie überhaupt jemals hatte. Dazu sind wir zuviel und ständig unterwegs. Das Los der Drittgeborenen.

Am liebsten bist Du aber zu Hause, kommt mir vor. Ich bin darum auch immer sehr froh, wenn Du die meiste Action verschläfst und gar nicht bemerkst. Wenn wir woanders sind und Du wach bist, möchtest Du nicht so gerne rumliegen und schauen. Da bist Du eher unruhig. Zu Hause jedoch liegst Du sehr gerne auch mal eine Zeit lang in Deinem Bett im Wohnzimmer und schaust das Mobile an, das über Dir hängt.
Vor allem in der Früh funktioniert das gut. Ich hatte ja große Bedenken, wie wir den Morgenablauf hinbekommen mit einem Baby und zwei zeitweise sehr unkooperativen Mädchen, denen man 25 mal sagen muss, dass sie sich anziehen sollen, 37 mal, dass sie Zähne putzen müssen und 14 mal, dass sie frühstücken kommen sollen. Aber es sieht so aus, dass Du nach dem Aufwachen trinkst, gewickelt und angezogen wirst und dann im Wohnzimmer liegst und Deinem Mobile zusiehst. Während ich mich hübsch mache und Deinen Schwestern vorbete, dass sie sich fertig machen sollen. Kurz vor der Abfahrt in den Kindergarten, was mindestens eine Stunde später ist, trinkst Du nochmal und bist dann auch schon wieder schlafbereit.

Ich will nicht behaupten, dass die Morgen stressfrei sind, vor allem der Weg zum Kindergarten (anschnallen, tragen,…..), aber es funktioiniert besser als erwartet. Und in zwei Wochen ist der Spuk sowieso vorbei, denn da beginnen die Sommerferien und Dein größter Fan ist rund um die Uhr zu Hause. Auch wenn es nicht sonderlich bequem aussieht und Dir dabei oft genug ins Ohr geschrien wird, scheinst Du es zu mögen, wenn Du von Deiner großen Schwester herum getragen wirst.

Du magst es, wenn man Dir etwas vorsingt. Und Du magst es, wenn man mit Dir spricht, wenn Du weinst. Sehr oft beruhigst Du Dich schon alleine dadurch.
Seit zwei Wochen sprichst Du auch ein wenig. Und Du lachst, wenn man sich zu Dir setzt und mit Dir plaudert. Leider kommt man nicht so oft dazu, wie man gerne möchte.

Ich hab‘ Dich sehr lieb,
Deine Mama

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