Nachtrag zur Geburt

13 Mai

Ich fand diese letzte Geburt ja ganz toll.
Die erste Nacht im Krankenhaus war zugegebenermaßen absolut verzichtbar, aber der eine Tag und die zweite Nacht waren notwendig. Einerseits um etwas runter zu kommen und andererseits weil da ja anscheinend schon einiges passiert ist, auch wenn ich es nicht bemerkt habe.

Der Hauptgrund, warum die Geburt nach diesen nervenden Stunden davor überhaupt noch toll werden konnte, war aber die eigene Hebamme.

Bis ein paar Tage vor der Geburt konnte ich es noch nicht so ganz verstehen, warum alle so dermaßen von einer eigenen Hebamme schwärmen. Das lag aber sicher daran, dass es meine dritte Schwangerschaft war und ich eigentlich keine Fragen mehr hatte, keine bis kaum Unterstützung in irgendwelchen Belangen brauchte (zu der Zeit, als ich jemand gebraucht hätte, hatte ich ja noch die „Alte“, die nicht erreichbar war) und an und für sich nicht so der Typ bin, der sich sofort mit jemanden anfreundet.

Als dann die regelmässigen Vorsorgen rund um den Geburtstermin im Krankenhaus begannen, war es durchaus angenehm, nicht ewig zu warten, bis der Raum mit dem CTG-Gerät frei wird sondern einfach an allen vorbei zu marschieren und sich notfalls in einen Kreißsaal zu legen. Aber das war nur ein kleiner Bonus.

Für mich ganz wichtig war es, nur eine Anprechperson zu haben. Nicht alles zehnmal erklären und wiederholen zu müssen. Das ist mir schon ein wenig aufgefallen, als ich da mitten in der Nacht das CTG schreiben habe lasse – bei einer Hebamme – und dann eine ganz andere herein gekommen ist um nach mir zu sehen oder ein paar Stunden später, als ich nicht zum nächsten CTG-Termin aufgetaucht bin und es keinem aufgefallen ist. (Gut, lag vielleicht auch daran, dass ich mit einer Wahlhebamme dort war und sie sich nicht für mich verantwortlich gefühlt haben.)

In der Zeit, die ich im Krankenhaus war, hätten mindestens fünf Schichtwechsel stattgefunden. Und bis auf den Endspurt im Kreißsaal wäre ich wohl bei jedem Gespräch an eine andere Dame geraten. (Wobei ich nochmals anmerken muss: die waren alle supernett. Nur eben auch anderwertig beschäftigt.) Von denen sicher einige unterschiedliche Ansichten gehabt hätten wie weiter vorgegangen wird, von denen sicher nicht jede Einem das gesagt hätte, was man gerne hören möchte (zuviel Fakten/zu wenig Fakten) um ruhig zu bleiben, wo man sicher nicht mit jeder den nächsten Schritt im Detail besprechen hätte können.
Einfach keine Person zu der man Vertrauen hätte aufbauen können, weil sie 4 Stunden später schon nicht mehr da war.

Soll heißen: jederzeit wieder.
(Bloß wird es bei mir definitiv kein „wieder“ mehr geben.)

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5 Antworten zu “Nachtrag zur Geburt”

  1. Schussel 13. Mai 2011 um 13:33 #

    Ich freue mich sehr für Dich, dass die eigene Hebamme Dir so gut getan hat. So klingt das richtig.

    Und ich ärgere mich, dass es diese Möglichkeit in dieser großen Stadt hier absolut nirgends gibt. Seltsam. Aber wird schon alles werden.

    • 3 ist das neue 2 13. Mai 2011 um 20:45 #

      Ich weiß, bei Dir geht das nicht. Finde ich auch seltsam. Denn heißt das dann, dass die, die Nachbetreuung machen, selber gar keine Geburten machen können?

      Dafür habe ich gerade mal interessehalber gegoogelt was man in Deutschland für eine Beleghebamme bezahlt. Da bin ich jetzt ein bisschen neidisch.

      Bei uns zahlt die Krankenkasse nichts für die Geburt und die Rufbereitschaft sondern nur bei den Hausbesuchen mit – und wenn ich das richtig verstanden habe, nur 80% vom Kassentarif (und wer verrechnet denn nur den Kassentarif?). Aber genau weiß ich das noch nicht, habe das Geld noch nicht bekommen. Ich warte noch darauf.

      • Schussel 13. Mai 2011 um 22:03 #

        Genau. Die Hebammen machen hier meist nur Vorsorge und Nachbetreuung, bis auf die Hebammen im Geburtshaus eben oder die Hausgeburtshebammen. Eine Hebammenpraxis mit Geburtsräumen gibt es noch, funktioniert also wie ein Geburtshaus. Und manchmal machen auch Krankenhaushebammen (die ganz normal dort im Schichtdienst angestellt sind) zusätzlich Nachsorge.

        Ja, ich denke, über unser Kassensystem kann man sich nicht beschweren, auch wenn gerne kräftig gejammert wird. Wir müssen fürs Geburtshaus noch 300 EUR Rufpauschale zahlen, alles andere wird übernommen, also die Kosten für Geburt und Vorsorge und Nachsorge sowieso komplett.

        Ideal wäre also eine deutsche Stadt, in der es ordentliche Krankenhäuser mit Beleghebammen gibt. Das beste aus zwei Welten 😉

  2. Katja W 13. Mai 2011 um 22:03 #

    Bei mir ging die Geburt aus eben jenem Grund nicht glatt. Ich hatte viele nette, aber wechselnde Hebammen und als es dan zur Sache ging ausgerechnet eine, die ich AB.SO.LUT nicht leiden konnte. Meine ehemalige Nachsorgehebamme von Nr. 2. Blöd, beim nächsten Mal würde ich es anders machen. Aber es gibt wohl auch kein nächstes Mal. Naja.

  3. frauniepi 13. Mai 2011 um 22:43 #

    für die schwangerschaft an sich brauchte ich auch keine hebamme. ich wollte sie auch nur für die geburt und die zeit danach. das war mir wichtig und das war es absolut wert. als meine schwester in deutschland mir erzählte, daß die hebamme 10 mal kostenlos zur nachbetreuung kam, war ich auch neidisch. ich weiß nicht mehr, was wir wiederbekommen haben, gezahlt hat die krankenkasse aber.
    ich freu mich für dich, daß es sich gelohnt hat und so gut gegangen ist. wer weiß, wie eine andere hebamme entschieden hätte und man ist ja auch irgendwann nicht mehr unbedingt in der lage zu diskutieren.
    bei kind³ werde ich ganz sicher auch wieder eine hebamme nehmen. eben, weil ich jemanden an meiner seite haben will, der meine wünsche kennt und danach handelt.

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